Gliederung des Westwalls in Baden-Württemberg

Auf der Höhe von Karlsruhe kommt der Westwall von Westen her in den Bereich des heutigen Bundeslandes Baden-Württemberg. Dort teilt er sich in drei Richtungen: Nach Norden bis fast nach Phillipsburg, nach Osten bis an den Schwarzwaldrand und nach Süden bis an den Hochrhein.

Hauptkampflinie des Westwalls am Oberrhein war das Ufer und nicht wie in der Maginotlinie die Linie entlang der Dörfer jenseits des Auwaldes. Entsprechend früh und stark wurde die Linie ausgebaut. Die ersten Stützpunkte an den Übergängen waren sogar zur Rundumverteidigung ausgebaut. Mit einem Bunkerabstand von teilweise unter 250 m wies die Uferlinie eine sehr hohe Dichte auf und stellte zwischen Karlsruhe und Altenheim südlich Kehl eine ununterbrochene Feuerlinie für Infanteriefeuer dar. Einzelne Bunker sicherten im Auwald Wege und Brücken oder dienten zur Unterbringung von Eingreifreserven.

Entlang des Hochwasserdamms am östlichen Rand des Auwaldes verlief die zweite Linie, die vorwiegend aus Gruppenunterständen bestand. Das Hochgestade bildete für die dritte Linie gute Anlehnungsmöglichkeiten. Einzelne Kampfstände ergänzten hier zahlreiche Gruppenunterstände. Die vierte Linie bestand vorwiegend aus Gefechtsständen und Artilleriestellungen. Einsatzschwerpunkt der Artillerie war der Raum ostwärts Kehl. Einige dieser Stellungen wurden auch verbunkert. Bekannteste Vertreter sind die aus dem Limesbauprogramm von 1938 stammenden Stände für schwere Marinekanonen bis zu einem Kaliber von 30,5 cm, die nur am Oberrhein gebaut wurden. Einige Dörfer in der Nähe von Übergangsstellen wurden zur Rundumverteidigung eingerichtet. Zur passiven Sicherung wurden umfangreiche Drahtverhaue angelegt.

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